Kapitel 1: Sprache und Sprechen
Fürs Hören schreiben
Von Walther von La Roche
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
Fürs Lesen zu schreiben, lernen und üben wir von der ersten Kinderpostkarte an. (…) Dass Sprache von Sprechen kommt, dass wir mit jedem Radiotext zum Hörer sprechen, diese eigentlich banale Erkenntnis wird oft nicht beachtet.(…) Weil wir die Situation des Hörers nicht ändern können, müssen wir unseren Schreibstil ändern, ihn anpassen an die unveränderbaren Gegebenheiten des Hörens, genauer: des Radiohörens.
Das Manuskript
Von Birgit Schamari
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
Radiotexte müssen so geschrieben werden, dass alle mühelos damit zurechtkommen – der Autor/Berichterstatter bei der Präsentation (egal, ob vom Blatt oder vom Bildschirm), der Techniker (wo es ihn noch gibt) beim Fahren der Sendung oder der Sprecher und der Regisseur bei der Feature-Produktion.
Das Manuskript sprechen
Von Norbert Linke
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
Mag die richtige Wiedergabe dem Sprecher beim Verfassen des Manuskriptes noch klar gewesen sein, so ist sie dies unter Live-Bedingungen im Studio vielleicht nicht mehr. Es ist deshalb nützlich, Atem- und Staupause, Stimmführung und Betonung im Text mit einem Stift zu kennzeichnen – dort wo sie sich nicht natürlich ergeben.
Frei sprechen
Von Ruth Blaes
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
Freies Sprechen will geübt sein. Dazu braucht der Journalist Fertigkeiten und Hilfen, die er mit wenig Mühe lernen kann. Sie sind auf Besonderheiten des Zuhörens und des Verstehens abgestimmt. Es gehören Talent und Können dazu, eine Kommunikationssituation zu schaffen, die das Gegenüber einbindet, es in den Prozess des Denkens, des Gedankengangs integriert und zum Mitdenken verführt.
Moderieren
Von Axel Buchholz
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
»Moderator« ist kein Beruf, zumindest nicht im journalistischen Bereich, sondern nur eine Form journalistischer Arbeit beim Radio. Die Chance dazu bekommt oft erst, wer zuvor erfolgreich als Redakteur, Reporter oder Nachrichten-Präsentator gearbeitet hat und natürlich die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt. Dennoch gibt es immer wieder auch »Blitzkarrieren«, besonders bei kleineren Privatsendern, bei jungen Formaten und bei Musik- und Unterhaltungsmoderatoren. Da geben dann Stimme und Talent den Ausschlag, und auch Mut und Hartnäckigkeit bei der Bewerbung.
Moderatoren/innen werden auf den Internet-Seiten der Sender meist heraus- und vorgestellt. Dort finden sich oft auch interessante Informationen zum Werdegang.
Die Grundanforderungen an Moderatoren sind überall dieselben, unabhängig von Sender und Einsatzgebiet. Sie müssen:
eine gute Stimme haben,
sympathisch und natürlich »rüber kommen«,
glaubwürdig sein,
»verkaufen« können,
schnell reagieren, gute Nerven haben und
die technischen Abläufe im Selbstfahrer-Sendestudio beherrschen (zumindest bei den Begleitprogrammen).
Moderationen schreiben
Von Axel Buchholz
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
»Anmods« bestehen aus drei Teilen:
Der »Hinhörer« (»ear-catcher«) soll den Hörer veranlassen, erst einmal hinzuhören:
Kann Pop-Musik die Welt verbessern?
Die »Hinführung« soll danach die erreichte Aufmerksamkeit nutzen, um mit (zusätzlichen) Informationen Interesse für den Beitrag zu wecken, auf ihn hinzuführen:
Auf diese Frage suchen seit heute Morgen 200 Wissenschaftler und Popmusiker in Berlin eine Antwort.
Die »Anbindung« ist die direkte Verknüpfung von Moderation und Beitrag:
Ob sie die schon gefunden haben, sagt Ihnen jetzt Michael Daniel:
Moderatoren-, Reporter- und Hörer-Gespräch
Von Axel Buchholz
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
Reporter-Gespräche (auch Kollegen-Gespräche) ersetzen »Alleingänge« der Kollegen, werden also an Stelle eines Berichts (mit oder ohne O-Ton), eines Kommentars (kommentierendes Gespräch) oder auch einer Reportage gesendet. (…) Reporter und Fachredakteure machen den Moderator vor dem Interview auf wichtige Aspekte des Themas aufmerksam, die der nicht kennt oder kennen kann. So sorgen sie gleichzeitig dafür, dass ihnen dazu dann eine Frage gestellt wird.
Musik-Moderation
Von Sabine Neu
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
Musiksendungen selbst zu fahren ist die Regel (vgl. Beitrag »Sendung fahren«). Musik und Moderation müssen perfekt miteinander verbunden, also etwa verzögerte (oder zu frühe) Blenden und »Löcher« vermieden werden. Bei Ramp-Talks (Moderationen über Intro) ist es ein schwerer Kunstfehler, in den Gesang hineinzureden. Dabei hilft eine besondere Uhr am Moderatorentisch, die die Ramp-Sekunden rückwärts mitzählt. Exakt bei »0« muss die Moderation spätestens beendet sein. Durch den dann unmittelbar folgenden Gesangsteil des Titels entsteht eine besonders dynamische Wirkung.
Aircheck
Von Hans-Dieter Hillmoth
(Leseprobe aus dem Econ-Lehrbuch »Radio-Journalismus«, 9. Auflage, Berlin 2009)
Nicht nur für den Moderations-Anfänger ist dauernde Schulung wichtig, sondern auch für »Profis« am Mikrofon. Aircheck nennt sich diese Form des permanenten Moderatoren-Trainings, das in jeder Station ausgiebig gepflegt werden sollte. (…) Einige Sender leisten sich einen hauptamtlichen Moderations-Coach, der regelmäßig Airchecks mit den Moderatoren abhält.
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