Einführung in den praktischen Journalismus
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•Podcast: Radiojournalismus • Interview: Journalismus heute

Professor Dr. Klaus Meier über neue Herausforderungen in der Journalistenausbildung im Zeitalter von Crossmedia und Newsroom

  1. Der Trend in der Journalistenausbildung geht zum Hochschulstudium.
    Wie kam es zu dieser Entwicklung?

  2. Das hat vielfältige Gründe. Zum einen haben sich vor allem die Fachhochschulen besonnen und praxisorientierte Studienangebote entwickelt. Das Angebot ist viel größer geworden. Zum anderen trägt die akademische Journalistenausbildung dazu bei, den Beruf zu professionalisieren. Durch den dynamischen Wandel der Medienmärkte, -techniken und -produkte reicht es nicht mehr, sich das „Handwerk” im Learning-by-doing-Verfahren durch Praktikum bzw. Volontariat selbst beizubringen. Das „Kopfwerk ”des Journalisten wird immer wichtiger. Dazu gehören zum Beispiel profunde Kenntnisse zum Publikumsverhalten, zur Rolle des Journalismus in der Gesellschaft, zu digitalen Medienwelten, zu Qualitätsmanagement und Ethik.

  3. Die 18. Auflage der „Einführung in den praktischen Journalismus” liefert eine ausführliche Zusammenfassung der unterschiedlichen Ausbildungswege. Was sollten zukünftige Journalisten bei Ihrer Wahl beachten?

  4. Jeder bringt andere Interessen und Fähigkeiten mit - jeder muss sich den Weg suchen, der ihm am besten liegt. Einige Beispiele: Wer direkt von der Schule kommt und eher allgemein journalistisch arbeiten möchte, ist mit einem allgemeinen Journalistik-Studium gut beraten. Wer gleich eine Spezialisierung möchte - zum Beispiel im Bereich Neuer Medien - kann Online-Journalismus studieren. Wer zusätzlich zum Journalismus fachspezifische Kenntnisse erwerben möchte, kann ein spezielles Studium wählen, wie z.B. Wissenschaftsjournalismus oder Business Journalism. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Fachstudium, wie z.B. BWL oder VWL, mit journalistischen Praktika und freier Mitarbeit zu kombinieren - oder danach einen Journalistik-Master draufzusetzen. Vor allem für einen Einstieg in den Zeitungsjournalismus wird zum Studium noch das Volontariat empfohlen.

  5. Immer häufiger begegnet man im Zusammenhang mit journalistischer Arbeit dem Begriff „Crossmedia”. Was verbirgt sich dahinter?

  6. „Crossmedia” ist zu einem „Buzzword”, einem modischen Schlagwort, geworden. Fast jeder meint damit etwas anderes. Im Kern bedeutet es, dass Medienunternehmen und Redaktionen nicht mehr nur für ein Medium, sondern für mehrere Plattformen arbeiten. Zeitung, Internet mit Video und Audio und mobile Dienste werden in crossmedialen Newsrooms gemeinsam produziert.

  7. Sie haben eine Studie zur Umstrukturierung der österreichischen Nachrichtenagentur APA zum Newsroom gemacht. Unter welchen Bedingungen arbeiten Journalisten in dieser neuen Redaktionsform?

  8. Mein persönlicher Eindruck ist, dass durch neue Organisationsformen die redaktionelle Arbeit ein Stück weit professionalisiert und verbessert werden kann. Bei der APA stieg zum Beispiel das Tempo, in dem die Redaktion auf Ereignisse reagiert. Allerdings kann in offenen Newsrooms auch der persönliche Stress der Journalisten zunehmen. Man hat kaum Rückzugsmöglichkeiten und ist permanent ansprechbar.

  9. Walther von La Roche und seine Arbeit stehen für wichtige Werte im Journalismus. Was verbindet Sie mit ihm?

  10. In meinem Regal steht noch immer die 10. Auflage der „Einführung in den praktischen Journalismus” aus dem Jahr 1987. Das war damals mein erstes Fachbuch zum Journalismus. Zehn Jahre später war ich mächtig stolz, als er mich fragte, ob ich an diesem Buch mitarbeiten möchte. Ich schätze ihn sehr als erfahrenen, kompetenten und interessierten Kollegen.

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