Nachrichtenschule Online Nachrichtensprache Josef Ohler
In einer Nachrichtenredaktion müssen Sie ständig mit Sprache umgehen. Ist das verständlich genug ausgedrückt? Gibt es nicht noch ein treffenderes Wort? Steht hier der Konjunktiv? Testen Sie Ihre Sprachkompetenz bei den folgenden 15 Fragen und Aufgaben.
Alle Fragen als .pdf-Datei --- Alle Lösungen als .pdf-Datei Den Acrobat Reader können Sie hier downloaden
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1. Wie beurteilen Sie den folgenden Satz?
Seinen dritten Saisonsieg in unmittelbarer Folge hat Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher beim Großen Preis von Österreich in Spielberg herausgefahren.
Mögliche Antworten:
a) Dieser Satz ist gut, weil er besonders "nachrichtlich" aufgebaut ist. b) Dieser Satz ist für eine Nachricht nicht so gut, weil im Alltag niemand so spricht. Lösungsvorschlag nach oben
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2. Der folgende Satz ist lang und verschachtelt und deshalb schwer verständlich. Zerlegen Sie ihn in vernünftige Portionen:
Der Plan des Betreibers der saarländischen Müllverbrennungsanlagen SOTEC, jährlich mehr als 100.000 Tonnen Müll zu importieren, um so die Abfallgebühren zu stabilisieren, wird von CDU und FDP unterstützt, sofern keine zusätzliche ökologische Belastung entsteht. Lösungsvorschlag nach oben
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3. Schwer verständlich sind auch Sätze, die mit Hilfe von Partizipien aufgebläht sind:
Das im Zusammenhang mit ihrem im Schweizer Kanton Bern tot aufgefundenen Kind gesuchte deutsche Ehepaar Pelz ist im Kanton Aargau bei einem Autounfall schwer verletzt worden.
Zerlegen Sie auch diesen Satz in zwei verständliche Portionen. Lösungsvorschlag nach oben
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4. Schwer verständlich sind ferner Sätze, in denen zwei Teile eines Verbs weit auseinander stehen:
In Deutschland nimmt die Neigung der jungen Männer, den Dienst mit der Waffe zu verweigern und stattdessen Zivildienst zu leisten, immer mehr zu.
Machen Sie zwei, drei Verbesserungsversuche. Lösungsvorschlag nach oben
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5. Sätze, die viele Verben enthalten, sind leichter verständlich als Sätze mit vielen Substantiven. "Verbalisieren" Sie die folgenden Sätze:
a) Bundesaußenminister Fischer will in China Verbesserungen auf dem Gebiet der Menschenrechte erreichen
b) Das Staatstheater Saarbrücken bringt die Oper "Carmen" zur Aufführung
c) Die CDU gab dazu bisher keine Stellungnahme ab. Lösungsvorschlag nach oben
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6. Der Wechsel im Ausdruck gilt vielfach als Kennzeichen einer gepflegten Sprache. Er kann aber auch in Krampf ausarten. Machen Sie's doch mal anders. Versuchen Sie im folgenden Text den Gebrauch von Synonymen zu vermeiden:
Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen hat die SPD einen klaren Sieg errungen. Für die CDU verlief der Urnengang enttäuschend...Im neuen Bremer Landesparlament verfügt die SPD über 40 Mandate. Die CDU hat künftig 29 Sitze. Lösungsvorschlag nach oben
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7. Im Mediendeutsch wimmelt es geradezu von Klischees. Ersetzen Sie bitte in den folgenden Sätzen die alten Phrasen:
a) Bei der Suche nach den Tätern im Mordfall Müller tappen die Fahnder noch immer im Dunkeln. b) Die Verhandlungen der Tarifparteien sind in eine Sackgasse geraten. c) Zum Beginn des neuen Jahres müssen die Fahrgäste tiefer in die Tasche greifen. Lösungsvorschlag nach oben
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8. In Politik und Wirtschaft werden die Dinge oft mit "schönen Wörtern" (Euphemismen) gezielt verschleiert: Sagen Sie, was mit den folgenden Wörtern wirklich gemeint ist:
Frieden schaffende Maßnahmen
Lohnspreizung
thermische Verwertung
Separatorenfleisch
selektiver Rückbau Lösungsvorschlag nach oben
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9. Wer Nachrichten schreibt, muss die gängige Bedeutung der Wörter kennen. Manche Wörter werden immer wieder mal falsch gebraucht. Sagen Sie jeweils in einem kurzen Satz, was folgende Wörter genau bedeuten:
scheinbar anscheinend
Prozent Prozentpunkt festnehmen verhaften Lösungsvorschlag nach oben
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10. Vielfach werden in den Nachrichten Äußerungen anderer in der "indirekten Rede" wiedergegeben. Heißt es richtig:
Vorstandschef Weber sagte, er sei mit der Entwicklung zufrieden. Die Gewinne seien um 20 Prozent gestiegen
oder
Vorstandschef Weber sagte, er wäre mit der Entwicklung zufrieden. Die Gewinne wären um 20 Prozent gestiegen Lösungsvorschlag nach oben
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11. Manchmal fragt man sich, ob man nicht in der indirekten Rede zwischen Konjunktiv und Indikativ wechseln kann. Also:
Der Ministerpräsident sagte, die Agrarsubventionen müssten beibehalten werden, weil die Zahl der Bauernhöfe stark gesunken ist
oder
Der Ministerpräsident sagte, die Agrarsubventionen müssten beibehalten werden, weil die Zahl der Bauernhöfe stark gesunken sei? Lösungsvorschlag nach oben
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12. Typisch für Nachrichten sind Einleitungsfloskeln, die die Quelle angeben. Steht der jeweils nachfolgende Text im Konjunktiv oder im Indikativ?
Wie Vorstandschef Weber sagte, sei er mit der Entwicklung zufrieden. Nach seinen Angaben seien die Gewinne um 20 Prozent gestiegen
oder
Wie Vorstandschef Weber sagte, ist er mit der Entwicklung zufrieden. Nach seinen Angaben sind die Gewinne um 20 Prozent gestiegen. Lösungsvorschlag nach oben
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13. Auch bei Mengenangaben gibt es oft Zweifel. Heißt es
Eine Million Franzosen haben heute neue Kommunalparlamente gewählt
oder
Eine Million Franzosen hat heute neue Kommunalparlamente gewählt? Lösungsvorschlag nach oben
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14. Plural oder Singular - das ist auch hier die Frage:
Die USA hat der Europäischen Union vorgeworfen...
oder
Die USA haben der Europäischen Union vorgeworfen... Lösungsvorschlag nach oben
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15. Zum Schluss noch eine spitzfindige Frage. Kann man sagen:
Premierminister Blair ist davon überzeugt, dass die britische Bevölkerung der Einführung des Euro letzten Endes zustimmen wird? Lösungsvorschlag nach oben
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