Golfkrieg ÜBERBLICK

US-Truppen stoßen immer wieder nach Bagdad vor –

Überblick (gestrafft)

Utl: Deutscher Journalist bei irakischem Gegenangriff getötet – Luftangriffe auf Basra – Bush fliegt nach Belfast

Bagdad (AP) Die US-Truppen vor Bagdad stoßen immer wieder in die irakische Hauptstadt vor, verzichten aber bisher auf eine dauerhafte Besetzung. Den dritten Tag in Folge rückten Truppen am Montag in die Fünf-Millionen-Stadt vor, um sich dann wieder zurückzuziehen. Bei irakischen Gegenangriffen kamen mehrere US-Soldaten und zwei Journalisten ums Leben. Unter ihnen ist nach Militärangaben vor Ort auch ein Deutscher.

Panzer der 2. Brigade der 3. Infanteriedivision der USA stießen am Morgen mit mehr als 70 Panzern und 60 Gefechtsfahrzeugen am Westufer des Flusses Tigris bis in die Innenstadt vor. Erstmals drangen Soldaten in den neuen Palast von Präsident Saddam Hussein vor. Außerdem umstellten die Truppen für kurze Zeit das Informationsministerium und das El-Raschid-Hotel. Aus der Luft wurde ihr Einsatz von Erdkampfflugzeugen des Typs A10 Warthog und unbemannten Drohnen abgesichert.

Militärsprecher Frank Thorp sprach von einer "sehr überlegten Strategie, die Stadt zu durchqueren und wieder zurückzukommen". Als Ziel nannte Thorp die Dezimierung der gegnerischen Streitkräfte. Allerdings hatten auch die US-Truppen Verluste hinzunehmen. Zwei US-Soldaten wurden nach Angaben des US-Oberkommandos getötet und zwei verletzt, als ihr Panzerfahrzeug auf einer Kanalbrücke am südlichen Stadtrand von einer Granate getroffen wurde. Bei einem irakischen Raketenangriff auf Stellungen der 2. Brigade wurden nach Angaben von US-Militärsprechern vor Ort ein deutscher und ein spanischer Journalist sowie zwei US-Soldaten getötet.

Der irakische Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf wies die Angaben über die Präsenz von US-Truppen in Bagdad zurück: "Es gibt keinerlei Präsenz von amerikanischen Ungläubigen in Bagdad."

Im Süden Iraks drangen britische Truppen am Montag in die Altstadt von Basra ein. Rund 700 Soldaten der "Desert Rats" stießen dabei weiter auf vereinzelten Widerstand. Mindestens drei britische Soldaten wurden getötet. Bei Luftangriffen der Alliierten auf Basra soll nach Militärangaben der Kommandeur für diese Region ums Leben gekommen sein.

Die Bundesregierung erklärte am Montag, sie wolle sich nicht auf die Bedingungen für eine deutsche Beteiligung am Wiederaufbau Iraks festlegen. Zugleich erklärte ein Regierungssprecher, Ziel sei ein "Wiederaufbau unter dem Dach der Vereinten Nationen".

Die Überlegungen für eine Nachkriegsordnung sollten auch Thema der Gespräche sein, zu denen US-Präsident George W. Bush nach Belfast flog. Bush wollte dort mit dem britischen Premierminister Tony Blair über die jüngsten Entwicklungen im Krieg beraten.
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