Golfkrieg/Chronik
Die letzten Stunden auf dem Weg in den Krieg
Frankfurt/Main (AP) Die letzte Entscheidung zum Einmarsch nach Irak fiel vermutlich auf dem Gipfeltreffen der Kriegsallianz der USA mit Großbritannien und Spanien am vergangenen Sonntag auf der Azoreninsel Terceira. Danach überschlugen sich die Ereignisse bis zum Beginn des Krieges, wie die folgende Chronik verdeutlicht (MEZ-Zeitangaben gerundet).
Sonntag, 16. März
Lajes (Azoren), 19.30 Uhr: Nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair und dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar stellt US-Präsident George W. Bush den Vereinten Nationen ein Ultimatum, bis Montag eine Entscheidung im Ringen um eine zweite Irak-Resolution herbeizuführen. Bush spricht von der "Stunde der Wahrheit für die Welt".
Montag, 17. März
Kuwait, 06.30 Uhr: Die UN-Beobachter an der Grenze zwischen Kuwait und Irak stellen ihre Arbeit ein und ziehen sich zurück.
Wien, 11.00 Uhr: Die USA fordern die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf, mit dem Abzug ihrer Inspekteure aus Irak zu beginnen.
New York, 16.10 Uhr: Die USA, Großbritannien und Spanien ziehen ihren Entwurf für eine zweite Irak-Resolution zurück. Die Bemühungen um ein UN-Mandat für militärische Gewalt scheitern am Widerstand der Mehrheit im Sicherheitsrat.
New York, 18.30 Uhr: UN-Generalsekretär Kofi Annan beschließt, dass alle Waffeninspekteure Irak verlassen sollen.
Dienstag, 18. März
Canberra, 00.30 Uhr: Australien kündigt nach einer Bitte der USA seine Mitwirkung an einem Krieg gegen Irak an.
Washington, 02.00 Uhr: Bush stellt der irakischen Führung ein Ultimatum von 48 Stunden und droht bei Nichterfüllung mit einem Krieg. Bis Donnerstag müssten Staatschef Saddam Hussein und seine Söhne das Land verlassen, sagte Bush in einer Fernsehansprache.
Berlin, 10.00 Uhr: Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärt in einer Fernsehansprache, das Ausmaß der irakischen Bedrohung rechtfertige keinen Krieg.
Bagdad, 13.50 Uhr: Die irakische Führung weist das Ultimatum der USA nach einer Sitzung des Revolutionären Kommandorats unter der Leitung von Saddam Hussein zurück.
Washington, 17.50 Uhr: US-Außenminister Colin Powell erklärt, der "Koalition der Willigen" für einen Krieg gegen Irak gehörten 30 Staaten an.
Bagdad, 19.00 Uhr: Der irakische Außenminister Nadschi Sabri kritisiert den Abzug der UN-Inspekteure und den Abzug der UN-Beobachter an der kuwaitischen Grenze. Damit hätten die Vereinten Nationen den Weg zur Aggression frei gemacht.
London, 23.30 Uhr: Das britische Unterhaus beschließt mit 412 gegen 149 Stimmen die Unterstützung der Regierung für ihre Haltung, "alle erforderlichen Mittel" zur Entwaffnung Iraks einzusetzen.
Mittwoch, 19. März
Bagdad, 10.30 Uhr: Das irakische Parlament verurteilt in einer Sondersitzung die Kriegsdrohung der USA.
Kuwait, 11.00 Uhr: In Kuwait kommt es zu massiven Truppenbewegungen der US-Streitkräfte. 16.000 Soldaten und 10.000 Panzer werden an neue Positionen unmittelbar an der Grenze zu Irak verlegt.
Washington, 16.40 Uhr: Bush unterrichtet den Kongress formell von den Vorbereitungen auf den bevorstehenden Krieg.
New York, 18.00 Uhr: Die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Russland bekräftigen im Sicherheitsrat ihre ablehnende Haltung gegen einen Krieg.
Tel Aviv, 20.20 Uhr: Die israelischen Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, mit Gasmasken zu ihren Arbeitsplätzen und in die Schulen zu kommen.
Donnerstag, 20. März
Washington, 01.15 Uhr: Bush trifft zum Abschluss eines Kriegsrats mit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und engsten Beratern die Entscheidung zum Kriegsbeginn.
Bagdad, 02.00 Uhr: Bei Ablauf des amerikanischen Ultimatums herrscht in Bagdad gespannte Ruhe.
bei Bagdad, 03.30 Uhr: Die USA greifen ein Ziel bei Bagdad mit Marschflugkörpern und Bomben an.
Washington, 04.15 Uhr: Bush erklärt
in einer kurzen Fernsehansprache, der Krieg zur Entwaffnung Iraks und zur
Befreiung seiner Bevölkerung habe begonnen.
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