Titelleiste
Schwarzer Strich
 
HOME BUCHNACHRICHTMEDIUM NACHRICHTENSCHULELITERATUR 
blank

blank Cover
blank Bei Amazon.de
bestellen
Schwarze Linie

Interview mit Josef Ohler


Josef Ohler

Sie, Herr Ohler, und Herr Schwiesau sind ausgewiesene Radioleute. Ist es Zufall, dass gerade Sie "Die Nachricht" herausbringen?

Nein, vermutlich ist das kein Zufall. Denn in den Radioprogrammen spielen die Nachrichten bekanntlich eine ganz besondere Rolle.
Sie sind in allen Programmen der Hauptträger der aktuellen Information. Erst dann kommen andere journalistische Beiträge wie Bericht, Kommentar, Reportage und Feature.Bei manchen privat-kommerziellen Sendern sind die Nachrichten sogar das alleinige informatorische Programmelement.
Und in formaler Hinsicht könnte man sagen: Das Radio bietet Nachrichten in ihrer reinsten Form: direkt, knapp und möglichst objektiv.
Von daher lag es nahe, dass wir uns fragten: Wie sieht es eigentlich mit der Nachricht in den anderen Medien aus?

Sie haben mehrere Jahrzehnte im Nachrichtengeschäft gearbeitet. Haben sich die Nachrichten in dieser Zeit verändert?

Zweifellos! Ein gewisser Wandel der Nachrichten seit Mitte der 60er Jahre ist nicht zu bestreiten.
In meinem ureigensten Metier, dem Hörfunk, habe ich das hautnah miterlebt und in einigen wenigen Punkten auch mitgestaltet, z. B. bei der Entwicklung der O-Ton-Nachrichten, die 1969/70 von "meinem" Sender, dem Saarländischen Rundfunk, erstmals in der deutschen Radiolandschaft präsentiert wurden. Insgesamt sind Nachrichten heute in allen Medien weniger offiziös als früher. Man könnte sagen: Der Weg ging von der "Verlautbarungsnachricht" zur "Publikumsnachricht".

Manche Kritiker meinen, die Medien kämen den "niederen" Bedürfnissen des Publikums zu weit entgegen und die totale "Boulevardisierung" sei offenbar nicht mehr aufzuhalten.

Da muss man klar unterscheiden. Es gibt nach wie vor einen erstklassigen Journalismus - bei den Nachrichtenagenturen, in den Qualitätszeitungen, in vielen Radio- und Fernsehprogrammen und auch in Online-Produkten. Aber manchmal ärgere ich mich schon, wenn beispielsweise Regionalzeitungen ihre Spalten hemmungslos für Klatsch zur Verfügung stellen. Auch die anderen Medien können oder wollen sich dem Trend zum "Boulevard" nicht ganz entziehen. Deshalb ist es vielleicht ganz gut, dass wir in unserem Buch noch einmal die Kriterien der Nachrichtenauswahl dargelegt haben: Wissens- und Orientierungswert, Gebrauchswert, Gesprächswert - in dieser Reihenfolge!

Wie hat sich der Nachrichtenmarkt allgemein in letzter Zeit entwickelt?

Ich glaube, das Nachrichtenangebot war noch nie so groß wie heute. In Radio und Fernsehen hat die Zahl der Nachrichtensendungen immens zugenommen. Selbst im Supermarkt muss ich im "Einkaufsradio" hören, dass der Bundeskanzler nach China gereist ist. Auch der Output der Nachrichtenagenturen steigt, obwohl die Agenturen das manchmal bestreiten. Geradezu uferlos erscheint das Nachrichtenangebot im Internet. Ich will hier gar nicht in die alte Klage von der Informationsüberflutung einstimmen. Ich will nur sagen, dass all diese Nachrichten von Nachrichtenjournalisten ausgewählt, produziert und geschrieben werden müssen. Möglichst nach hohen Qualitätsstandards. Und die haben wir in unserem Buch fixiert.

zurück

blank Sitemap
blank Kontakt
blank Impressum
 
Weitere Titel aus der Reihe LIST JOURNALISTISCHE PRAXIS:
Einführung in den praktischen Journalismus * Recherche praktisch * Die Überschrift * Bild-Journalismus * Zeitungsgestaltung * Lokaljournalismus * Kulturjournalismus * Wissenschaftsjournalismus * Radiojournalismus * Radio-Nachrichten * Sprechertraining * Fernsehjournalismus * Online-Journalismus * Auslandskorrespondent/in --- Herausgeber: Walther von La Roche