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Ein Journalist muss Nachrichten schreiben können. Deshalb lernt jeder, der neu ist in diesem Beruf, zuerst, was eine Nachricht ist. In jedem Ausbildungsplan steht die Nachricht, als die wichtigste journalistische Darstellungsform, ganz oben. Wer Nachrichten schreiben kann, beherrscht das Einmaleins des Journalistenhandwerks.

Die Nachrichtenexperten Dietz Schwiesau und Josef Ohler sind die Hauptautoren des Handbuchs "Die Nachricht". Was hat die beiden dazu bewogen, ein Nachrichtenhandbuch für die journalistische Ausbildung und Praxis zu schreiben?

Interview mit Dietz Schwiesau


Was verbindet Sie persönlich mit dem Thema "Nachricht"?

Ich bin an einem der aufregendsten Nachrichtentage des 20. Jahrhunderts zur Welt gekommen: Am 12. April 1961 ist Juri Gagarin als erster Mensch ins All geflogen, eine Sensation, die überall auf der Erde für Aufregung gesorgt hat. Das prägt vielleicht. Mein Volontariat hat mich zuerst in eine Nachrichtenredaktion geführt, und es hat mich sofort fasziniert: Ich bin einer der Ersten, die von neuen Ereignissen erfahren und die es weitergeben können. Das fand ich klasse, und das finde ich heute noch.

Warum ein ganzes Buch über eine journalistische Darstellungsform?

Es ist eigentlich merkwürdig, dass es die "Die Nachricht" nicht schon seit vielen Jahren gibt. Wer Journalist wird, lernt nämlich zuerst, was eine Nachricht ist. Schließlich muss jeder Journalist Nachrichten schreiben können. Und wer das kann, beherrscht bereits das Einmaleins des Journalistenhandwerks. Denn die Nachricht ist ja die Darstellungsform, auf der alle anderen wie der Bericht und die Reportage aufbauen. Aber ein Buch, das alle Handwerksregeln umfassend vermittelt, fehlte bisher. Und unser Buch ist das erste, das in gleichem Maße auf die Nachricht in allen Medien eingeht: in Presse, Radio, Fernsehen, Nachrichtenagentur und Internet.

An diesen Medienkapiteln haben ja noch andere Autoren mitgearbeitet?

Ja, wir sind froh, dass wir für diese Kapitel die Nachrichtenexperten gewinnen konnten. Verena Hruska Buch "Die Zeitungsnachricht" und Peter Zschunkes "Agenturjournalismus" sind Standardwerke.

Gabriele Hooffacker hat ihre Erfahrungen im "Onlinejournalismus" zusammengefasst. Sandro Viroli hat beim List-Band "Fernseh-Journalismus" mitgearbeitet. Und Josef Ohler und ich haben die "Radio-Nachrichten" herausgebracht.
Josef hat viele Jahre eine Nachrichtenredaktion geleitet, ich mache das seit 1992. Und alle Autoren wissen auch, wie praktisches Wissen vermittelt wird, weil alle seit Jahren auch in der Aus- und Weiterbildung arbeiten.

Warum gibt es zu jedem Kapitel eine Geschichte aus der Nachrichtengeschichte?

Weil nicht nur die Nachrichten von heute spannend sind. Mit der Nachricht hat die Geschichte der Medien begonnen und es gibt viele und wunderbare Geschichten rund um die Leute, die Nachrichten vor uns gemacht haben.
Von den Zeitungs-Singern und Nachrichtenhändlern bis zum Gerüchteverbreiter im Internet. Wer diese Geschichten kennt, weiß, warum Nachrichten heute so sind, wie sie sind.

Was bieten die Internetseiten?

In unserem Buch "Die Nachricht" gibt es auf 320 Seiten allen Regeln, viele Tipps, Grafiken, Infokästen und Literaturempfehlungen. Wer das gelesen hat, findet hier auf diesen Internetseiten viele Zusatzangebote. Wer zum Beispiel üben möchte, wie man Nachrichten auswählt, aufbaut und schreibt, kann es in unserer "Nachrichtenschule Online" tun. Wer auch mal hören will, wie Nachrichten gesprochen werden, der ist hier richtig.
Und für alle, die eine Arbeit über Nachrichten schreiben müssen oder wollen, gibt es hier einen besonderen Service: In einer Übersicht sammeln wir Literaturangaben rund um das Thema Nachricht. Als lockeren Einstieg empfehle ich das Nachrichtenquiz mit zehn Fragen zu zehn Top-Nachrichten der letzten 50 Jahre - natürlich auch zu Gagarin.

Zum Interview mit Josef Ohler

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