Vergleich analoge und digitale Fotografie
Kaum jemand fotografiert heutzutage noch mit dem herkömmlichen analogen Fotoapparat. In Kaufhäusern findet man in den Regalen nur noch digitale Kameras. Nahezu jedes Mobiltelefon hat mittlerweile eine integrierte Digicam. Aber hat diese moderne Art der Fotografie nur Vorteile?
Vorteile
- Bei digitalen Kompaktkameras kann man mit dem LCD-Bildschirm den Bildausschnitt gut kontrollieren.
- Man kann das Foto gleich nach der Aufnahme zumindest auf grobe Fehler hin kontrollieren und gegebenenfalls noch eine weitere Aufnahme machen. Eine misslungene Aufnahme kann noch in der Kamera gelöscht werden.
- Wegen der gegenüber Spiegelreflexkameras vergleichsweise schlechten Monitorauflösung kann bei vielen elektronischen Suchern und Monitoren das Bild vor oder nach der Aufnahme vergrößert werden, um die Bildschärfe, zum Beispiel bei manueller Fokussierung, besser beurteilen zu können.
- Der Weg zur Web- oder Printpublikation von Aufnahmen ist kürzer und schneller, weil das Einscannen von Dias oder Papierbildern entfällt. Das elektronische Versenden auch von Einzelnbildern an Verlage und Auftraggeber ist möglich. Ist keine anderweitige Verwendung der Aufnahme geplant, kann man eine verhältnismäßig niedrige Bildauflösung einstellen und die Aufnahme ohne weitere Nachbearbeitung direkt verwenden. Zugang zu elektronischen Medien vorausgesetzt, sind Austausch und Verbreitung von Fotos schnell und einfach möglich.
- Ein Filmwechsel für unterschiedliche Lichtverhältnisse ist nicht mehr notwendig. Digitalkameras lassen sich einfach an die vorhandene Lichtmenge anpassen; ähnlich wie bei der Fotografie auf Film nimmt die Bildqualität bei erhöhter Empfindlichkeit ab.
- Ein großer Vorteil der Digitalfotografie ist die Möglichkeit, über den Weißabgleich die Farbtemperatur anzugleichen. Dieser kann manuell oder automatisch vorgenommen werden.
- Den Besitz eines Computers und entsprechender Bildbearbeitungs- und -archivierungssoftware vorausgesetzt, kann man digitale Fotos nachbearbeiten und indexieren.
- Es treten abgesehen von Verschleiß, Zeit und Stromverbrauch keine Kosten für missglückte Bilder auf. Für Anfänger besteht die Möglichkeit, kostengünstig zu üben.
- Mit Digitalkameras ist in der Regel ein längeres, ununterbrochenes Fotografieren möglich, da es nicht wie in der analogen Fotografie nach meist höchstens 36 Bildern nötig ist, den Film zu wechseln. Bei Digitalkameras können - abhängig vom verwendeten Speicher und dem Bildformat - meist mehrere hundert Bilder in Folge aufgenommen werden, bevor eine Unterbrechung zum Wechseln des Speichermediums oder der Batterien nötig ist. Dies macht sich beispielsweise bei der Unterwasserfotografie bemerkbar, wo man bei der analogen Fotografie pro Tauchgang nur maximal 36 Bilder schießen konnte, da man zum Filmwechsel auftauchen müsste.
- Da die meisten Digitalkameras im Vergleich zum Kleinbildformat kleinere Sensoren verwenden, bieten sie eine wesentlich höhere Schärfentiefe, was Schnappschüsse und Makrofotografie vereinfacht. Durch die kleinere Sensorgröße ist es einfacher, hochwertige und doch kostengünstige lichtstarke Objektive zu bauen.
- Durch die Motivsuche über den Bildsensor werden auch bei einfachen Kameras Makroaufnahmen ermöglicht.
- Digitale Kameras bieten häufig die Möglichkeit, einfache Video- und Tonaufnahmen zu machen und wiederzugeben.
- Die meisten digitalen Kameras können direkt an analoge Wiedergabegeräte, wie zum Beispiel Fernseher oder Videoprojektoren, oder aber auch an kompatible Fotodrucker angeschlossen werden.

Nachteile
- Durch die kleinere Größe des Sensors im Vergleich zum Film ist selbst bei weit geöffneter Blende keine geringere Schärfentiefe erreichbar, weil auch die Brennweite der Objektive kleiner wird. Das kann zum Beispiel bei Porträtfotos störend sein und schränkt typische fotografische Gestaltungsmöglichkeiten stark ein.
- Der Bildsensor ist wärmeempfindlich, das heißt, er produziert bei höheren Temperaturen ein höheres Bildrauschen. Kompaktkameras, bei denen der Sensor auch zur Bildvorschau eingeschaltet bleiben muss, neigen bei längerer Betriebsdauer zu erhöhtem Rauschen.
- Bildsensoren können durch intensive Lichteinwirkung beschädigt werden.
- Kontrastumfang und Farbtiefe sind insbesondere bei sehr kleinen Sensoren meist geringer als bei herkömmlichem Film.
- Schlechtere Bildauflösung bei Schwarzweiß-Aufnahmen gegenüber vergleichbar guten analogen Filmen und Objektiven.
- Wegen relativ kurzer Produktzyklen hoher Wertverlust der Hardware. Es gibt nur selten Reparaturmöglichkeiten vor Ort.
- Umstrittene Haltbarkeit digitaler Informationen (Dauerhaftigkeit und langfristige Verfügbarkeit von Speichermedien, Datenformaten, Laufwerken, Hard- und Software).
- Kompakte Digitalkameras verzichten zugunsten eines möglichst großen Displays zunehmend auf einen optischen Sucher. Dies kann die Bildgestaltung bei sehr hellen Lichtverhältnissen sehr erschweren. Vorhandene optische Sucher sind zum Teil von schlechter Qualität.
- Aufnahmen bei Schwachlicht und in der Nacht werden durch die oft vorgesetzte elektronische Steuerung, durch Bildrauschen und Akkukapazitätsprobleme erschwert.
- Die Robustheit und Haltbarkeit einfacher analoger Technik kann, bedingt durch den technischen Aufwand digitaler Technik, nicht erreicht werden.
- Die Einstiegskosten sind, wie die Kosten für höherwertiges Material, in der digitalen Fotografie im Vergleich zur analogen Fototechnik vergleichsweise hoch.
- Die große Schärfentiefe der Objektive bei Kompaktdigitalkameras gestattet keine gezielte Festlegung von Schärfe-/Unschärfebereichen.
- Für die Projektion digitaler Bilder verwendete Beamer erreichen bei weitem nicht die Auflösung einer Diaprojektion.