Die digitale Fotografie entwickelt sich weiter. In kurzen Produktzyklen kommen neue technische Möglichkeiten auf den Markt. Bildjournalisten freuen sich über diese Verbesserungen, denn sie ermöglichen es ihnen, ihren Beruf noch pragmatischer und besser ausüben zu können. Bildjournalisten müssen ihr Wissen und ihre Arbeitsweise ständig den aktuellen Möglichkeiten anpassen. Der Bildjournalismus ist damit wie die Technik in ständigem Wandel begriffen. Ein Umstand, der Lehrbücher schnell veralten lässt.
Rolf Sachsse, Autor des Ausbildungsbuches "Bildjournalismus heute", erlebt diesen Prozess auch bei seinem Buch. Arbeitstechniken, die 2003 erst angedacht waren, sind 2008 bereits Wirklichkeit. Die Grundidee des Buches stimme noch, sagt er, "aber heute muss man die Praxis der Bildverarbeitung ganz neu angehen". In einigen Bereichen gibt es neue Strategien. Rolf Sachsse erklärt:
"Früher musste ein Bild durchkomponiert sein, um abgedruckt zu werden. Heute kommen die Bilder auf weit mehr verschiedenen Kanälen. Und sie verschwinden auch schnell wieder."
"Die Digitalisierung bringt mit sich, dass man Bilder nicht mehr qualitativ hochwertig machen muss. Viele Bilder werden heute so stark bearbeitet, dass man das früher schon als Manipulation verstanden hätte."
"Der journalistische Blick auf die Welt hat sich verändert: Auf jedes Bild, das heute redaktionell veröffentlicht wird, kommt eine ganze Corona von inoffiziellen Bildern. Ein gut gestaltetes Bild konkurriert gegen 100.000 Bilder, die mit dem Handy geschossen worden sind. So entsteht heute das Bild der Welt."